
Über mich
Die ersten beiden Lebensjahre aufgewachsen am Waldrand, an der Grenze zu Frankreich. Seither wohnhaft in Basel und Baselland. Die Wurzeln meiner Eltern weisen eine Verbindung zur Handweberei auf. Zwei Bergtäler, Val Müstair und Val Poschiavo. Wo heute noch renommierte Webmanufakturen mit Historie ihre Werkstätten haben. So kommt es, dass meine Kinderaugen schon früh mit handgewobenen Vorhängen, Kissenbezüge und Tischtücher vertraut wurden.
Meine Annäherung ans Weben
Bestens mag ich mich an meine ersten Webversuche erinnern. Im Vorschulalter das Papierweben. Eine knifflige Angelegenheit, war das Papier doch so fragil und zerriss bei unsachgemässem Zug mit der Klipp-Metallnadel schnell. Es erforderte viel Geduld. Etwas später, der Schulwebrahmen, schöne Garne in bunten Farben, aber auch hier: einen schönen stabilen und geraden Seitenrand zu gestalten, zeigte sich als Herausforderung. Zu dieser Zeit wurde ich bei meinem ersten Vornamen «Lili» gerufen. Das mit dem Weben war kein Thema mehr.
Jahre später, unterdessen nannte man mich bei meinem zweiten Vornamen «Flurina». Eine Schulteroperation blockierte meinen körperlichen Tatendrang. Gartenarbeit und vieles mehr lagen aussen vor. Da stand doch ein alter Tischwebrahmen im Estrich. Es musste doch möglich sein. Mit Hilfe und Geschick wurde er eingerichtet. Und so geschah es vor vier Jahren, dass mich die Passion des Webens, zuerst mit den einfachen Bewegungen hin und her, zu einer sogenannten Leinenbindung, in die faszinierende Welt, der Farbgebung und Gestaltung eines Küchentuches hineinwachsen liessen. Es war Winter: Merinoschals in diversen Farben, dezent gestreift, zeigten sich auf dem Webrahmen.
In meinem Kopf kreisten die Gedanken zu Farben und Mustern. Herausforderungen spornten mich an. Die Ergebnisse liessen sich zeigen, Fehlplanungen zeigten sich ebenso nach der ersten Wäsche. Zurück auf Platz 1, wie im Spiel. Eine minimale Ausbildung musste sein. Diese erfuhr ich in Kursen, die mich forderten, förderten und aufstellten. Grosse Vorzeige-Frauen ,wie Anni Albers, Gertrud Arndt und Gunta Stölz aus dem Bauhaus in Weimar, der Werksattt für Weberei, auch als Textilwerstatt bezeichnet, lösten in mir eine Begeisterung aus zur Geschichte des Webens.